Abstandsblitzer auf der A5 bei Malsch, km 639,600 in Fahrtrichtung Basel
Auf der Bundesautobahn 5 (A5), einer der meistbefahrenen Nord-Süd-Achsen Deutschlands, befindet sich bei Malsch in Fahrtrichtung Basel eine bekannte Messstelle zur Überwachung des Sicherheitsabstandes. Bei Kilometer 639,600 wird hier mittels eines modernen Video-Kontrollsystems der Abstand zwischen den Fahrzeugen gemessen, um gefährliche Drängler zu identifizieren und die Verkehrssicherheit zu erhöhen. Dieser Abschnitt ist aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens und der monotonen Streckenführung besonders unfallgefährdet.
Die genaue Position des Abstandsblitzers A5 bei Malsch
Die Messanlage ist fest auf einer Brücke über der A5 installiert und erfasst den Verkehr in südlicher Fahrtrichtung nach Basel. Der relevante Messbereich erstreckt sich über mehrere hundert Meter vor der eigentlichen Kamera-Position bei Kilometer 639,600. Für Autofahrer ist die Anlage von der Fahrbahn aus kaum zu erkennen, da keine klassische Blitzanlage zum Einsatz kommt. Stattdessen werden hochauflösende Videoaufnahmen angefertigt, die später ausgewertet werden.
Lokaler Kontext: Ein Unfallschwerpunkt im Fokus der Behörden
Die A5 im Raum Karlsruhe und Malsch ist für ihre hohe Verkehrsdichte, insbesondere durch Pendler und Schwerlastverkehr, bekannt. Immer wieder kommt es in diesem Bereich zu schweren Auffahrunfällen, die auf zu geringen Sicherheitsabstand zurückzuführen sind. Die Behörden begründen die permanente Überwachung an dieser Stelle mit der Notwendigkeit, einen Unfallschwerpunkt zu entschärfen. Die Strecke ist zwar mehrspurig und gut ausgebaut, doch gerade das verleitet viele Fahrer dazu, den nötigen Sicherheitsabstand zu unterschätzen. Dichter Verkehr und häufige Spurwechsel, gerade in Richtung Süden, verschärfen die Situation zusätzlich.
Technik des Blitzers: So funktioniert die Abstandsmessung mit VKS 3.0
An dieser Messstelle kommt in der Regel ein System vom Typ VKS 3.0 (Verkehrskontrollsystem) oder ein Nachfolgemodell wie das VKS 4.5 zum Einsatz. Dieses videobasierte Messverfahren funktioniert ohne den bekannten Blitz und ist daher für den Fahrer unbemerkt.
- Videoaufzeichnung: Zwei Kameras auf einer Brücke filmen den Verkehr auf einem zuvor exakt vermessenen Fahrbahnabschnitt. Auf der Fahrbahn sind weiße Referenzlinien markiert, die als Grundlage für die Berechnung dienen.
- Weg-Zeit-Messung: Die Software des VKS-Systems analysiert die Videoaufzeichnungen. Anhand der Zeit, die ein Fahrzeug benötigt, um von einer Referenzlinie zur nächsten zu gelangen, wird die Geschwindigkeit exakt berechnet.
- Abstandsberechnung: Gleichzeitig ermittelt das System den Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug. Aus Geschwindigkeit und Abstand wird dann der sogenannte "halbe Tachowert" als Mindestabstand errechnet und mit dem gemessenen Wert verglichen.
- Auswertung: Ein geschulter Messbeamte wertet die aufgezeichneten Videosequenzen manuell aus, um Messfehler auszuschließen und den Verstoß zu validieren. Erst dann wird ein Bußgeldverfahren eingeleitet.
Experten-Einblicke: Juristische Ansatzpunkte für einen Einspruch
Obwohl die VKS-Systeme als Standardmessverfahren gelten, sind sie technisch komplex und nicht frei von potenziellen Fehlerquellen. Eine genaue Prüfung des Messprotokolls durch einen spezialisierten Anwalt für Verkehrsrecht kann sich lohnen. Insbesondere die folgenden Punkte bieten oft fundierte Ansatzpunkte für einen erfolgreichen Einspruch:
Ein besonders kritischer Punkt ist die Beweisführung bei dichtem Verkehrsaufkommen, wie es auf der A5 bei Malsch an der Tagesordnung ist. Juristisch spricht man hier vom "Einscherer-Problem". Schneidet ein anderes Fahrzeug knapp vor Ihnen ein, verkürzt sich Ihr Sicherheitsabstand unverschuldet und abrupt. Die Messung könnte genau in diesem Moment stattfinden. Für einen wirksamen Einspruch muss die Bußgeldstelle nachweisen können, dass der Abstand über eine längere Strecke und nicht nur durch einen kurzen, unvorhersehbaren Moment unterschritten wurde. Oftmals geben die relativ kurzen Videoaufzeichnungen darüber keinen lückenlosen Aufschluss.
Ein weiterer, in der Praxis relevanter Schwachpunkt betrifft die fehlerhafte Vermessung der Fahrbahnmarkierungen. Die weißen Referenzlinien auf dem Asphalt sind die Grundlage der gesamten Berechnung. Sind diese durch Abnutzung oder fehlerhafte Neumarkierung nach Bauarbeiten nicht mehr exakt an der in der Eichurkunde hinterlegten Position, führt dies zu einer Verfälschung aller gemessenen Geschwindigkeits- und Abstandswerte. Ein Sachverständigengutachten kann hier Klarheit schaffen und die Ungenauigkeit der gesamten Messreihe belegen.
Bußgelder für Abstandsverstöße (Stand 2026)
Die Höhe des Bußgeldes, die Anzahl der Punkte in Flensburg und ein mögliches Fahrverbot hängen von der gefahrenen Geschwindigkeit ab. Der Gesetzgeber unterscheidet hier maßgeblich, ob die Geschwindigkeit über oder unter 100 km/h lag.
Bei Geschwindigkeit über 100 km/h:
| Abstand in m (vom halben Tachowert) | Bußgeld | Punkte | Fahrverbot |
|---|---|---|---|
| weniger als 5/10 | 100 € | 1 | - |
| weniger als 4/10 | 180 € | 1 | - |
| weniger als 3/10 | 240 € | 2 | 1 Monat |
| weniger als 2/10 | 320 € | 2 | 2 Monate |
| weniger als 1/10 | 400 € | 2 | 3 Monate |
Bei Geschwindigkeit bis 100 km/h:
| Abstand in m (vom halben Tachowert) | Bußgeld | Punkte | Fahrverbot |
|---|---|---|---|
| weniger als 5/10 | 75 € | 1 | - |
| weniger als 4/10 | 100 € | 1 | - |
| weniger als 3/10 | 160 € | 2 | 1 Monat |
| weniger als 2/10 | 240 € | 2 | 2 Monate |
| weniger als 1/10 | 340 € | 2 | 3 Monate |
Fazit: Prüfung des Bußgeldbescheides wird empfohlen
Ein Bußgeldbescheid vom Abstandsblitzer auf der A5 bei Malsch sollte nicht ungeprüft akzeptiert werden. Die Komplexität der Videomesstechnik bietet, wie dargelegt, diverse Ansatzpunkte für eine Verteidigung. Insbesondere wenn ein Fahrverbot droht, ist die Konsultation eines Fachanwalts für Verkehrsrecht dringend zu empfehlen. Dieser kann Akteneinsicht beantragen und die Messung auf formelle und technische Fehler überprüfen lassen.




