Abstandsblitzer auf der A43 bei Dülmen (km 71.750) in Fahrtrichtung Wuppertal
Auf der Bundesautobahn 43, einer zentralen Verkehrsader im Münsterland in Richtung Ruhrgebiet, befindet sich bei Kilometer 71.750 eine bekannte Messstelle zur Überwachung des Sicherheitsabstands. Dieser Abstandsblitzer bei Dülmen in Fahrtrichtung Wuppertal/Recklinghausen ist für viele Pendler eine heikle Zone. Aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens und der spezifischen Gegebenheiten vor Ort kommt es hier regelmäßig zu Abstandsverstößen, die von der zuständigen Bußgeldstelle des Kreises Coesfeld geahndet werden. Doch nicht jede Messung ist fehlerfrei und ein genauer Blick auf den Bußgeldbescheid lohnt sich oft.
Die genaue Position und die Besonderheiten des Blitzers auf der A43
Der Blitzer auf der A43 wird häufig mobil von einer Autobahnbrücke kurz vor der Anschlussstelle Dülmen-Nord (ca. 800 Meter davor) betrieben. Von dieser erhöhten Position aus hat das Messsystem einen guten Überblick über den fließenden Verkehr. Die zulässige Höchstgeschwindigkeit für PKW beträgt hier in der Regel 130 km/h. Die Herausforderung für viele Autofahrer besteht darin, den korrekten Sicherheitsabstand – also den halben Tachowert in Metern – im oft dichten Berufs- und Pendlerverkehr konstant einzuhalten.
Dieser Streckenabschnitt ist bekannt für seine hohe Verkehrsdichte, die insbesondere in den Stoßzeiten zu stockendem Verkehr und plötzlichen Bremsmanövern führen kann. Die Nähe zur Anschlussstelle Dülmen-Nord sorgt zusätzlich für häufige Spurwechsel, was die Einhaltung des Sicherheitsabstands weiter erschwert. Genau diese Faktoren machen den Abstandsblitzer A43 Dülmen zu einer der aktivsten Messstellen in der Region.
Lokaler Kontext: Unfallgeschehen und Verkehrsführung an der Messstelle
Die Einrichtung der Abstandsmessung an diesem Punkt ist kein Zufall. Die Polizei und die Verkehrsbehörden begründen die Überwachung mit der Prävention von Auffahrunfällen, die sich bei zu geringem Sicherheitsabstand häufen. Besonders im Bereich von Autobahnausfahrten wie Dülmen-Nord, wo Fahrzeuge abbremsen und ausscheren, während der durchgehende Verkehr mit hoher Geschwindigkeit passiert, entstehen Gefahrensituationen. Die Messanlage soll disziplinierend auf die Verkehrsteilnehmer wirken und so die Sicherheit erhöhen. Baustellen im weiteren Verlauf der A43 Richtung Recklinghausen können zudem unvorhergesehene Stauenden verursachen, die auf diesem Abschnitt bereits ihre Wirkung zeigen.
Das eingesetzte Messgerät: VKS (Verkehrs-Kontroll-System)
An diesem Standort kommt in der Regel das videobasierte Messsystem VKS (Verkehrs-Kontroll-System), oft von der Firma Vidit, zum Einsatz. Dieses System funktioniert nach dem Prinzip der Weg-Zeit-Messung.
- Funktionsweise: Zwei Kameras auf einer Brücke filmen den Verkehr. Eine Kamera erfasst einen breiten Übersichtsabschnitt, während eine zweite, hochauflösende Kamera (die sogenannte Tatbildkamera) gezielt Fotos von den Fahrern anfertigt.
- Messung: Auf der Fahrbahn sind weiße Referenz- oder Passlinien in definierten Abständen markiert. Das VKS-System misst die Zeit, die ein Fahrzeug benötigt, um von einer Linie zur nächsten zu gelangen. Daraus errechnet es die Geschwindigkeit. Der Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug wird ermittelt, indem das System misst, wie viel Zeit vergeht, bis das nachfolgende Fahrzeug denselben Messpunkt passiert.
- Dokumentation: Die gesamte Messung wird als Videosequenz aufgezeichnet. Diese Aufzeichnung dient als Beweismittel im Bußgeldverfahren.
Experten-Einblick: Juristische Ansatzpunkte und bekannte Schwachstellen des Abstandsblitzers
Obwohl das VKS-System als standardisiertes Messverfahren gilt, bietet es für einen erfahrenen Anwalt für Verkehrsrecht durchaus Angriffsflächen. Ein Einspruch kann sich insbesondere dann lohnen, wenn bestimmte, systemimmanente oder standortspezifische Fehlerquellen vorliegen.
Eine entscheidende Schwachstelle ist die Fahreridentifikation. Durch die erhöhte Kameraposition auf der Brücke kann es, je nach Sonnenstand, zu starkem Schattenwurf im Fahrzeuginnenraum kommen. Die Sonnenblende, der Innenspiegel oder sogar die A-Säule können das Gesicht des Fahrers verdecken und eine eindeutige Identifizierung unmöglich machen. Ein Gutachten kann hier oft Klarheit schaffen. Ein weiterer, sehr praxisrelevanter Punkt ist das sogenannte „Einscherer-Problem“. Im dichten Verkehr auf der A43 bei Dülmen kommt es häufig vor, dass ein anderes Fahrzeug plötzlich und ohne Verschulden des gemessenen Fahrers auf die eigene Spur wechselt und so den Sicherheitsabstand abrupt verkürzt. Juristisch gesehen liegt hier kein vorwerfbarer Verstoß vor, wenn der Fahrer nicht ausreichend Zeit hatte, den Sicherheitsabstand wiederherzustellen. Eine lückenlose Videoaufzeichnung des gesamten relevanten Verkehrsgeschehens ist hier für eine faire Bewertung zwingend erforderlich. Fehlt eine solche ausreichend lange Videosequenz vor dem eigentlichen Messpunkt, kann das Gericht den Verstoß oft nicht zweifelsfrei nachweisen, da ein plötzliches Einscheren nicht ausgeschlossen werden kann. Auch die auf dem Asphalt aufgebrachten Referenzlinien selbst können eine Fehlerquelle darstellen. Sind diese durch Abnutzung oder fehlerhafte Sanierungsarbeiten nicht mehr exakt eingemessen oder schlecht sichtbar, kann die gesamte Messung ungenau und somit anfechtbar sein.
Bußgelder bei Abstandsverstößen (Bußgeldkatalog 2026)
Die Höhe des Bußgeldes, die Anzahl der Punkte in Flensburg und ein mögliches Fahrverbot hängen von der gefahrenen Geschwindigkeit und dem prozentualen Abstandswert (gemessen am halben Tachowert) ab.
Bei Geschwindigkeit unter 100 km/h:
| Tatbestand | Bußgeld | Punkte | Fahrverbot |
|---|---|---|---|
| Abstand nicht eingehalten | 25 € | 0 | Nein |
| ... mit Gefährdung | 30 € | 0 | Nein |
| ... mit Sachbeschädigung | 35 € | 0 | Nein |
Bei Geschwindigkeit über 100 km/h:
| Abstand in m (halber Tachowert) | Bußgeld | Punkte | Fahrverbot |
|---|---|---|---|
| weniger als 5/10 | 75 € | 1 | Nein |
| weniger als 4/10 | 100 € | 1 | Nein |
| weniger als 3/10 | 160 € | 1 | Nein |
| weniger als 2/10 | 240 € | 1 | Nein |
| weniger als 1/10 | 320 € | 1 | Nein |
Hinweis: Bei Geschwindigkeiten über 130 km/h verschärfen sich die Sanktionen. Beispielsweise führt ein Abstand von weniger als 3/10 des halben Tachowertes dann bereits zu 2 Punkten und 1 Monat Fahrverbot.
Einspruch prüfen lassen: Ihr Recht als Betroffener
Wenn Sie einen Anhörungsbogen oder Bußgeldbescheid vom Kreis Coesfeld wegen einer Messung am Abstandsblitzer A43 bei Dülmen erhalten haben, sollten Sie nicht vorschnell zahlen. Eine anwaltliche Prüfung der Messung ist oft sinnvoll. Ein Fachanwalt für Verkehrsrecht kann Akteneinsicht beantragen und so das gesamte Beweismaterial, insbesondere die entscheidende Videosequenz, sichten. Die oben genannten Fehlerquellen – von der Fahreridentifikation über das Einscheren bis hin zur korrekten Vermessung – können so aufgedeckt und zu Ihren Gunsten verwendet werden. Eine Rechtsschutzversicherung übernimmt in der Regel die Kosten für ein solches Verfahren.
