Details zum Abstandsblitzer auf der A24 bei Km 66,458, Landkreis Ludwigslust-Parchim, Richtung Berlin
Auf der Bundesautobahn 24, einer der zentralen Verkehrsachsen zwischen Hamburg und Berlin, befindet sich im Landkreis Ludwigslust-Parchim eine fest installierte Messanlage zur Überwachung des Sicherheitsabstandes. Bei Kilometer 66,458 in Fahrtrichtung Berlin wird hier mithilfe eines modernen Systems der Abstand zwischen den Fahrzeugen kontrolliert. Dieser Abschnitt der A24 ist bekannt für hohes Verkehrsaufkommen, insbesondere durch Pendler und den Fernverkehr, was die Einhaltung des korrekten Sicherheitsabstandes zu einer sicherheitsrelevanten Notwendigkeit macht.
Geografische Lage und Besonderheiten des Messpunktes
Der Blitzer befindet sich auf dem Gebiet nahe der Stadt Wittenburg in Mecklenburg-Vorpommern. Die Messstelle ist strategisch platziert auf einem zumeist geraden Autobahnabschnitt, was eine präzise Messung über eine längere Distanz ermöglicht. Häufig werden solche Anlagen von Brücken aus betrieben, um den Verkehr unbemerkt und lückenlos erfassen zu können. Die Nähe zur Anschlussstelle Wittenburg kann zu erhöhtem Verkehrsaufkommen und Spurwechseln führen, was die Situation für Fahrer zusätzlich komplex macht. Genau in solchen Zonen ereignen sich vermehrt Auffahrunfälle, weshalb die Behörden hier einen Schwerpunkt bei der Überwachung des Sicherheitsabstandes sehen.
Das eingesetzte Messgerät: VKS 3.0 von VIDIT Systems
An diesem Standort kommt das Video-Kontroll-System VKS 3.0 zum Einsatz. Es handelt sich hierbei nicht um einen klassischen "Blitzer", der einen Lichtblitz auslöst, sondern um ein videobasiertes System. Zwei Kameras, die meist auf einer Brücke über der Fahrbahn installiert sind, zeichnen den Verkehr permanent auf. Eine Kamera erfasst den gesamten Verkehr über eine Strecke von mehreren hundert Metern, während eine zweite, hochauflösende Kamera zur Identifikation des Fahrers und des Kennzeichens dient. Die eigentliche Auswertung des Abstandsverstoßes erfolgt erst später manuell durch geschulte Beamte der Bußgeldstelle. Diese ermitteln anhand der Videoaufzeichnung und auf der Fahrbahn aufgebrachter Referenzlinien sowohl die Geschwindigkeit der Fahrzeuge als auch den exakten Abstand zueinander.
Juristische Hintergründe und potenzielle Fehlerquellen – Ihr Weg zum Einspruch
Obwohl das VKS 3.0 als standardisiertes Messverfahren gilt, ist es keineswegs fehlerfrei. Ein Bußgeldbescheid sollte daher nie ungeprüft akzeptiert werden. Ein erfahrener Anwalt für Verkehrsrecht kann Akteneinsicht beantragen und die Messung auf formale und technische Mängel überprüfen. Gerade bei diesem Abstandsblitzer auf der A24 gibt es vielversprechende Ansatzpunkte.
Experten-Einblick: Bekannte Schwachstellen des Systems
- Fehlende lückenlose Videoaufzeichnung: Für eine rechtssichere Verurteilung muss der Verstoß über eine ausreichend lange Strecke dokumentiert sein. Gerichte fordern hier oft eine Aufzeichnung von mindestens 300 Metern vor dem eigentlichen Messpunkt. Dies soll sicherstellen, dass es sich nicht nur um ein kurzfristiges, unabsichtliches Unterschreiten des Sicherheitsabstandes handelt. In der Akte muss diese lückenlose Aufzeichnung als Beweismittel vorhanden sein – fehlt sie, ist der Bescheid angreifbar.
- Das "Einscherer-Problem": Gerade im dichten Pendler- und Reiseverkehr auf der A24 ist dieses Phänomen häufig zu beobachten. Ein anderes Fahrzeug wechselt knapp vor einem auf die eigene Spur und verkürzt so unverschuldet den Sicherheitsabstand. Das VKS 3.0 differenziert hier nicht automatisch. Kann durch das Videomaterial oder ein Sachverständigengutachten nachgewiesen werden, dass ein plötzliches Einscheren den Verstoß verursacht hat, entfällt der Schuldvorwurf.
- Fehlerhafte Fahreridentifikation durch Schattenwurf: Da die Messung oft von einer Brücke aus erfolgt, kann es je nach Sonnenstand zu starkem Schattenwurf auf der Fahrbahn kommen. Insbesondere der Brückenschatten selbst kann das Gesicht des Fahrers auf dem Identifikationsfoto so stark verdunkeln, dass eine eindeutige Identifizierung nicht mehr möglich ist. Ist der Fahrer nicht zweifelsfrei zu erkennen, ist dies ein starker Angriffspunkt für einen erfolgreichen Einspruch.
Aktueller Bußgeldkatalog 2026 für Abstandsverstöße
Die Höhe des Bußgeldes, die Anzahl der Punkte in Flensburg und ein mögliches Fahrverbot hängen von der gefahrenen Geschwindigkeit und dem prozentualen Wert des unterschrittenen Abstands ab. Die Regel lautet: Der Sicherheitsabstand in Metern sollte mindestens dem halben Tachowert in km/h entsprechen.
Bußgelder bei Geschwindigkeit über 100 km/h
| Abstand geringer als... | Bußgeld | Punkte | Fahrverbot |
|---|---|---|---|
| 5/10 des halben Tachowertes | 100 € | 1 | - |
| 4/10 des halben Tachowertes | 180 € | 1 | - |
| 3/10 des halben Tachowertes | 240 € | 2 | 1 Monat |
| 2/10 des halben Tachowertes | 320 € | 2 | 2 Monate |
| 1/10 des halben Tachowertes | 400 € | 2 | 3 Monate |
Bußgelder bei Geschwindigkeit bis 100 km/h
| Verstoß | Bußgeld | Punkte |
|---|---|---|
| Abstand nicht eingehalten | 50 € | 1 |
| ... mit Gefährdung | 55 € | 1 |
| ... mit Sachbeschädigung | 60 € | 1 |
Fazit und Empfehlung
Der Abstandsblitzer auf der A24 bei Kilometer 66,458 ist eine ernstzunehmende Messstelle. Die Konsequenzen eines Verstoßes sind empfindlich. Angesichts der bekannten Schwachstellen des VKS 3.0 Systems und der komplexen Verkehrssituation vor Ort, lohnt sich eine genaue Prüfung des Bußgeldbescheides durch einen spezialisierten Anwalt. Die Erfolgsaussichten für einen Einspruch sind oft besser als vermutet.




