Abstandsblitzer auf der A93 bei Teublitz in Fahrtrichtung Holledau
Auf der Bundesautobahn A93, einer der zentralen Nord-Süd-Verkehrsadern in Bayern, befindet sich bei Teublitz im Abschnitt 780 bei Kilometer 4.670 eine fest installierte Messanlage zur Überwachung des Sicherheitsabstandes. Dieser Blitzer in Fahrtrichtung Holledau / München ist bei Pendlern und Fernfahrern bekannt und hat sich als signifikanter Unfallschwerpunkt herausgestellt. Immer wieder kommt es hier zu gefährlichen Situationen durch zu dichtes Auffahren, was die Installation dieses modernen Abstandsblitzers notwendig machte.
Die genaue Position des Abstandsblitzers A93 bei Teublitz
Der Blitzer ist auf einer Brücke montiert, um den Verkehr in Richtung Süden (Holledau) optimal erfassen zu können. Diese Positionierung ist strategisch gewählt, da die Strecke hier oft zu hohen Geschwindigkeiten verleitet und der Sicherheitsabstand häufig unterschätzt wird. Die zuständige Behörde für die Auswertung der Messungen und den Versand der Bußgeldbescheide ist die Zentrale Bußgeldstelle des Bayerischen Polizeiverwaltungsamtes mit Sitz in Viechtach.
Lokaler Kontext: Ein bekannter Unfallschwerpunkt auf der A93
Die Region um Teublitz und das Autobahnkreuz Oberpfälzer Wald ist durch hohes Verkehrsaufkommen geprägt. In der Vergangenheit kam es auf diesem Streckenabschnitt der A93 wiederholt zu schweren Auffahrunfällen, die direkt auf zu geringen Sicherheitsabstand zurückzuführen waren. Insbesondere im dichten Berufs- und Reiseverkehr verkürzen sich die Abstände zwischen den Fahrzeugen dramatisch. Die Überwachungsanlage soll hier präventiv wirken und durch konsequente Ahndung von Abstandsverstößen die Verkehrssicherheit erhöhen und die Zahl der Unfälle reduzieren.
Technik im Detail: Das Messgerät VKS 4.5
An diesem Standort kommt das Video-Kontroll-System VKS 4.5 der Firma VIDIT Systems GmbH zum Einsatz. Es handelt sich hierbei um eine Weiterentwicklung des älteren VKS 3.0 Systems. Das Messprinzip basiert auf einer hochauflösenden Videoaufzeichnung des Verkehrsflusses von einer Brücke aus. Über eine definierte Messstrecke auf der Fahrbahn, die durch weiße Referenzlinien markiert ist, werden die Fahrzeuge videografisch erfasst. Eine spezielle Software analysiert die Aufnahmen und berechnet aus der Zeit, die ein Fahrzeug zum Passieren der Messstrecke benötigt, dessen Geschwindigkeit sowie den Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug.
Das VKS 4.5 speichert die Daten digital und erstellt bei einem erfassten Verstoß einen Datensatz mit mehreren Tatbildern und Ident-Fotos zur Fahreridentifizierung. Diese digitale Beweisführung gilt als modern, ist aber nicht frei von potenziellen Fehlerquellen.
Juristische Einordnung und mögliche Fehlerquellen des Abstandsblitzers
Ein Bußgeldbescheid von diesem Blitzer auf der A93 muss nicht zwangsläufig korrekt sein. Gerade das VKS 4.5 bietet für eine anwaltliche Prüfung interessante Ansatzpunkte. Ein Einspruch kann sich unter bestimmten Umständen lohnen, da die Komplexität der Technik fehleranfällig ist.
Experten-Einblicke für einen möglichen Einspruch:
- Das „Einscherer-Problem“: Ein häufiges Szenario im dichten Verkehr auf der A93. Wechselt ein anderes Fahrzeug kurz vor der Messung auf Ihre Spur, verkürzt sich Ihr Abstand unverschuldet. Die Messung differenziert hier nicht immer sauber zwischen einem plötzlichen Ereignis und einem dauerhaften Abstandsverstoß. Eine genaue Analyse des Beweisvideos durch einen Anwalt ist hier essenziell, um nachzuweisen, dass keine Möglichkeit zu einer gefahrlosen Abstandskorrektur bestand.
- Fehlerhafte Fahreridentifikation durch Brückenschatten: Die Montage auf einer Brücke kann zu ungünstigen Lichtverhältnissen führen. Insbesondere bei tiefstehender Sonne kann der Schatten der Brückenkonstruktion genau auf den Fahrzeuginnenraum fallen, wenn das Ident-Foto ausgelöst wird. Ist der Fahrer auf dem Foto nicht zweifelsfrei zu erkennen, kann die Fahreridentifikation erfolgreich bestritten werden. Dies ist ein bekannter Schwachpunkt, der die Beweiskraft des Fotos erheblich mindern kann.
- Überprüfung der Messlinien und der Eichung: Das gesamte System basiert auf exakt eingemessenen Referenzlinien auf der Fahrbahn. Durch Witterungseinflüsse und Abnutzung können diese Markierungen verblassen oder ungenau werden. Ein Sachverständigengutachten kann prüfen, ob die Messstelle zum Tatzeitpunkt noch den strengen Vorgaben der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) entsprach und ob das Messgerät ordnungsgemäß geeicht war. Abweichungen können die gesamte Messung ungültig machen.
Betroffene Fahrer, die einen Anhörungsbogen oder Bußgeldbescheid von der Zentralen Bußgeldstelle in Viechtach erhalten, sollten daher eine kostenlose Ersteinschätzung durch einen auf Verkehrsrecht spezialisierten Anwalt in Betracht ziehen. Die Anforderung der vollständigen Ermittlungsakte, inklusive des gesamten Videobeweismaterials und des Messprotokolls, ist der erste Schritt zur Aufdeckung möglicher Fehler.
Bußgeldkatalog 2026: Diese Strafen drohen bei Abstandsverstößen
Die Höhe des Bußgeldes, die Punkte in Flensburg und ein mögliches Fahrverbot hängen von der gefahrenen Geschwindigkeit ab. Der Gesetzgeber unterscheidet hier maßgeblich zwischen Geschwindigkeiten über und unter 100 km/h.
Strafen bei Geschwindigkeit über 100 km/h
| Abstand in m (Tachowert) | Bußgeld | Punkte | Fahrverbot |
|---|---|---|---|
| weniger als 5/10 | 75 € | 1 | - |
| weniger als 4/10 | 100 € | 1 | - |
| weniger als 3/10 | 160 € | 1 | - |
| weniger als 2/10 | 240 € | 1 | - |
| weniger als 1/10 | 320 € | 1 | - |
Strafen bei Geschwindigkeit über 130 km/h
| Abstand in m (Tachowert) | Bußgeld | Punkte | Fahrverbot |
|---|---|---|---|
| weniger als 5/10 | 100 € | 1 | - |
| weniger als 4/10 | 180 € | 1 | - |
| weniger als 3/10 | 240 € | 2 | 1 Monat |
| weniger als 2/10 | 320 € | 2 | 2 Monate |
| weniger als 1/10 | 400 € | 2 | 3 Monate |
