Abstandsblitzer auf der A96 bei Memmingen in Fahrtrichtung Lindau: Ein genauer Blick auf die Messstelle bei km 1.420
Auf der Bundesautobahn 96, im Bereich Memmingen, stellt eine fest installierte Messanlage bei Abschnitt 400, Kilometer 1.420 in Fahrtrichtung Lindau einen bekannten Schwerpunkt der Verkehrsüberwachung dar. Es handelt sich hierbei nicht um eine klassische Geschwindigkeitskontrolle, sondern um einen modernen Abstandsblitzer, der gezielt zu geringen Sicherheitsabstand ahndet. Tausende Pendler und Reisende passieren täglich diesen Punkt, weshalb die Anlage für ein hohes Aufkommen an Bußgeldbescheiden sorgt. Dieser Artikel beleuchtet die genaue Funktionsweise des Blitzers, den lokalen Kontext und gibt entscheidende Experten-Tipps, wie ein Einspruch erfolgreich sein kann.
Die genaue Position und der lokale Kontext des Blitzers
Der Blitzer befindet sich auf der A96 kurz nach der Anschlussstelle Memmingen-Nord und vor dem Autobahnkreuz Memmingen, wo die A7 gekreuzt wird. Die Fahrtrichtung zielt geradewegs auf das Allgäu und den Bodensee ab, eine Strecke mit hohem Verkehrsaufkommen, insbesondere durch Pendler und Urlaubsreisende. Die Verkehrsdichte in diesem Bereich ist notorisch hoch. Gerade im morgendlichen und abendlichen Berufsverkehr kommt es hier häufig zu Kolonnenbildung und stockendem Verkehr. Diese Verkehrslage ist ein entscheidender Faktor, da sie Abstandsverstöße begünstigt, die nicht immer auf reines Drängeln zurückzuführen sind.
Recherchen zu lokalen Unfallmeldungen zeigen, dass der Abschnitt um Memmingen wiederholt Schauplatz von Auffahrunfällen war, teils mit schweren Folgen. Insbesondere bei plötzlich auftretendem Nebel oder Glatteis, wie es im Allgäu häufiger vorkommt, steigt das Unfallrisiko. Die Behörden begründen den Einsatz des Abstandsblitzers an dieser Stelle mit der Notwendigkeit, genau solche Unfälle durch die Einhaltung des korrekten Sicherheitsabstands zu verhindern.
Wie funktioniert die Abstandsmessung mit dem VKS 4.5 System?
An dieser Messstelle kommt in der Regel das moderne Video-Kontroll-System VKS 4.5 (vereinzelt auch das Vorgängermodell VKS 3.0) zum Einsatz. Dieses System wird typischerweise auf einer Autobahnbrücke installiert und arbeitet mit zwei Kameras:
- Eine Übersichtskamera: Diese Kamera filmt den Verkehr über eine längere Distanz (oft mehrere hundert Meter) und zeichnet das Verkehrsgeschehen permanent auf. Anhand von festen, weißen Referenzlinien auf der Fahrbahn kann die Software die Geschwindigkeit und den Abstand der Fahrzeuge zueinander berechnen.
- Eine Identifikationskamera: Stellt die Software im aufgezeichneten Videostream einen potenziellen Abstandsverstoß fest, löst eine zweite, hochauflösende Kamera aus. Diese ist auf einen kürzeren Bereich fokussiert und hat die Aufgabe, ein klares Foto des Fahrers und des Kennzeichens zu erstellen.
Der gesamte Verstoß wird als Videosequenz gespeichert. Die eigentliche Auswertung erfolgt erst später durch einen geschulten Messbeamten, der am Computer den genauen Abstand und die Geschwindigkeit manuell überprüft und den Fall zur Anzeige bringt.
Bußgeldkatalog 2026: Diese Strafen drohen bei zu geringem Sicherheitsabstand
Die Höhe des Bußgeldes, die Anzahl der Punkte in Flensburg und ein mögliches Fahrverbot hängen maßgeblich von der gefahrenen Geschwindigkeit ab. Der Gesetzgeber unterscheidet hier klar.
Sanktionen bei Geschwindigkeiten unter 100 km/h
| Abstandsverstoß | Bußgeld | Punkte | Fahrverbot |
|---|---|---|---|
| Weniger als 5/10 des halben Tachowertes | 75 € | 1 | - |
| Weniger als 4/10 des halben Tachowertes | 100 € | 1 | - |
| Weniger als 3/10 des halben Tachowertes | 160 € | 1 | - |
| Weniger als 2/10 des halben Tachowertes | 240 € | 1 | - |
| Weniger als 1/10 des halben Tachowertes | 320 € | 1 | - |
Sanktionen bei Geschwindigkeiten über 100 km/h
| Abstandsverstoß | Bußgeld | Punkte | Fahrverbot |
|---|---|---|---|
| Weniger als 5/10 des halben Tachowertes | 75 € | 1 | - |
| Weniger als 4/10 des halben Tachowertes | 100 € | 1 | - |
| Weniger als 3/10 des halben Tachowertes | 160 € | 2 | 1 Monat |
| Weniger als 2/10 des halben Tachowertes | 240 € | 2 | 2 Monate |
| Weniger als 1/10 des halben Tachowertes | 320 € | 2 | 3 Monate |
Experten-Tipps: Wie ein Einspruch gegen den Abstandsblitzer A96 Erfolg haben kann
Ein Bußgeldbescheid von diesem Abstandsblitzer ist keinesfalls unanfechtbar. Gerade die komplexe Technik des VKS-Systems bietet versierten Fachanwälten für Verkehrsrecht immer wieder fundierte Ansatzpunkte für einen erfolgreichen Einspruch. Es geht nicht darum, sich aus der Verantwortung zu stehlen, sondern darum, die Verwertbarkeit der Messung kritisch zu prüfen.
Bekannte Schwachstellen und juristische Angriffspunkte
Die Erfahrung aus zahlreichen Verfahren im Zusammenhang mit dem Blitzer auf der A96 bei Memmingen hat gezeigt, dass bestimmte Fehlerquellen immer wieder auftreten. Ein genauer Blick auf die Beweismittel ist daher unerlässlich.
Ein besonders kritischer Punkt ist die Verkehrssituation selbst. Im dichten Pendlerverkehr kommt es häufig zum sogenannten "Einscherer"-Problem. Ein anderes Fahrzeug wechselt knapp vor einem auf die eigene Spur und verkürzt so den Sicherheitsabstand plötzlich und unverschuldet. Zwar soll der auswertende Beamte solche Situationen erkennen, doch in der Praxis ist eine fehlerhafte Bewertung nicht ausgeschlossen. Die entscheidende Frage für einen erfolgreichen Einspruch ist hier: Stand dem Fahrer ausreichend Zeit und Weg zur Verfügung, um den Sicherheitsabstand wiederherzustellen? Das Videomaterial muss dies zweifelsfrei belegen.
Ein weiterer, oft unterschätzter Aspekt ist die Fahreridentifikation. Die Identifikationskamera wird oft von einer Brücke herab oder seitlich vom Brückenpfeiler aus ausgelöst. Je nach Tageszeit und Sonnenstand kann der Schatten der Brücke selbst das Gesicht des Fahrers auf dem Beweisfoto teilweise oder vollständig verdecken. Ist der Fahrer nicht zweifelsfrei identifizierbar, ist der Bußgeldbescheid anfechtbar. Ein Fachanwalt wird daher immer das Beweisfoto auf solche Mängel prüfen.
Zudem muss die gesamte Messung transparent und nachvollziehbar dokumentiert sein. Für eine gerichtlich verwertbare Messung ist es zwingend erforderlich, dass das System den Verkehrsverlauf lückenlos aufzeichnet, um die gesamte Fahrdynamik beurteilen zu können. Juristische Experten weisen darauf hin, dass die vorgeschriebene, durchgehende Videoaufzeichnung von mindestens 250-300 Metern vor der eigentlichen Messlinie manchmal lückenhaft oder nicht vollständig gesichert sein kann. Fehlt dieser Beweis für das Fahrverhalten im Vorfeld, kann die alleinige Momentaufnahme des Abstands als nicht ausreichend aussagekräftig bewertet werden. Auch die exakte Kalibrierung der Anlage ist ein häufiger Streitpunkt. Sind beispielsweise die als Referenz dienenden weißen Bodenmarkierungen auf der Fahrbahn durch Abnutzung oder Witterung schlecht zu erkennen, kann dies die Präzision der computergestützten Auswertung beeinträchtigen und die gesamte Messung ungenau machen. Ein Anwalt wird die Messakte auf die Aktualität und Korrektheit des Eichscheins und des Kalibrierungsprotokolls hin überprüfen.
Wenn Sie einen Anhörungsbogen oder Bußgeldbescheid von diesem Blitzer erhalten haben, empfiehlt es sich, die Situation nicht ungeprüft zu akzeptieren. Eine kostenlose Ersteinschätzung durch einen spezialisierten Anwalt für Verkehrsrecht kann schnell Klarheit über die individuellen Erfolgsausschichten eines Einspruchs schaffen.




